1966 – 2007 - 41 Jahre Geschichte des Orientierungssports in Lübbecke.
1966
Die erste OL-Karte in Westdeutschland erschien in Lübbecke im Postkartenformat im Maßstab 1:25.000. Drei Vereine starteten bei der Einzelorientierungs-Veranstaltung: Skiklub Hildesheim (Wolfgang Göpel u.a.), Skiklub Duisburg (Jörg Herbrand u.a.), Skiklub Helsa (Franz Ullwer, Wilfried Rode u.a).
Der erste Staffel-Orientierungslauf in Westdeutschland wurde organisiert. Gestartet sind die o. g. drei Vereine.
In Lübbecke unterstützte privat der Reseveoffizier Oberstleutanant Bernd Osewold den Orientierungssport.
1967-1970
Der erste OL-Shop in Deutschland mit Unterstützung von Yngve Ek aus Schweden wurde in Lübbecke eröffnet. Das erste OL-Magazin „Der Orientierungsläufer“ wurde in Westdeutschland mit Unterstützung von Falko Bönig (Goslar) in Lübbecke herausgegeben.
1970
Die dritte OL-Karte („Bückeberg“, 30 Farbvariationen) in Westdeutschland erschien im Format A4 bzw. als konventionelle IOF -Karte (schwarz-weiß) in einem A3 Format im Maßstab 1:20.000.
Zwei Orientierungswettkämpfe wurden auf der „Bückeberg“ -Karte in Kooperation mit der TG Lage (Siegfried Walle) und dem British Orienteering Club Minden (Robert Giles) von Lübbecke ausgerichtet. Es wurden ein Einzel- und ein Staffelwettkampf veranstaltet. Etwa 40 Orientierer aus Schweden starteten in diesen Wettkämpfen (Leitung: Per-Olof Bengtsson).

Karte „Bückeberge“ (Ausschnitt)
1971
Die erste WM-Qualifikation für westdeutsche Orientierer wurde ebenfalls auf der „Bückeberg“ -Karte organisiert. (prominente Teilnehmer: Luise Gruhn und Frank Finkenstädt). Eine OL- Karte des „Wiehengebirges“ wurde im Januar herausgegeben.

Karte „Wiehengebirge“ (Ausschnitt)
1972-1981
Die „Wiehengebirgs“ -Karte für Orientierungslauf wurde erweitert von der „Neuen Mühle“ bis zur „Ahlsener Höhe“.
Es wurden mehrfach internationale Veranstaltungen mit Teilnehmern aus Schweden (Per-Olof Bengtsson), aus Ungarn (Sarolta Monspart, Adam Hegedüs) und aus Schottland organisiert.
1981-1984
Durch eine 50% Vorfinanzierung durch den Minden-Ravensberger Turngau konnte eine Aktualisierung und Erweiterung der „Wiehengebirgs“ -Karte („Neue Mühle“ - „Ahlsener Höhe“ und „Lutternsche Egge“ – „Porta Westfalica“) für OL im Gebiet des Turngaus mit Hilfe von ausländischen Kartierern durchgeführt und Karten gedruckt werden.
1985
Orientierungslauf wurde in das Sportangebot des TuS Lübbecke e.V. aufgenommen.
1986
Ein 30-tägiges Trainingslager für die TuS-Mannschaft (Alexander Ludorf, Christian Lehmann, Endre Kövari jr., Philipp Ludorf) wurde in Ungarn durchgeführt.
1986-1994
Das TuS-Team erkämpfte alle Landes- und Turngautitel im Einzel- und im Mannschaftsorientierungslauf. Es wurden zahlreiche OL-Veranstaltungen organisiert.
1994-2003
Endre Kövari jr. wurde Deutscher Juniorenmeister. Er gehörte mehrere Jahre lang zur Deutschen Nationalmannschaft und nahm in England und Finnland an World Cups teil. Jörn Heitland startete in Österreich bei der Internationalen Armee Meisterschaft für das Deutsche Team. Die erste Mannschaft („Die Fünf“) löste sich auf, die Orientierer verließen Lübbecke um zu studieren,
Die Folgemannschaft bestand vorerst aus Philipp Ludorf und Marc Schnell. Philipp Ludorf war schon bei der ersten Mannschaft sehr erfolgreich, dreifach hatte er die Silbermedaille bei Deutschen Meisterschaften gewonnen und gehörte ebenfalls der Deutschen Nationalmannschaft an. Später kamen Thomas Kirschning , Christoph Adam und auch Jens Adam zum TuS.
Als 3. OL- Mannschaft kann man die Gruppe um Niklas Niedringhaus, Alex Kallenberg und Karina Busch bezeichnen. Auch Eija und Dorothea Schulze kamen dazu und bestimmten in der Folgezeit maßgeblich den Orientierungslauf in Lübbecke mit. In dieser Mannschaft waren somit erstmals junge Frauen dabei.
Niklas Niedringhaus war der erfolgreichste Orientierer dieser Gruppe: Zweimal gewann er die Silber- und einmal die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften (Klassik und Kurz). Dorothea Schulze gehörte mehrere Jahre lang zur Deutschen Nationalmannschaft.
Marc Schnell unterstützte massiv die Karten-Aktualisierungen und entwickelte sich zu einem der besten Bahnkonstrukteure.
Jens Adam organisierte in diesen Jahren den ersten Radorientierungs-Wettkampf, erstmalig in Westdeutschland für Radfahrer und Fußorientierer.
Diese Gruppe löste sich auch auf, als die Orientierer Lübbecke verließen. Dorothea Schulze, die mittlerweile in Norwegen lebt, startet bei bundesdeutschen Veranstaltungen aber immer noch für ihren Heimatverein.
Die OL-Abteilung des TuS Lübbecke hatte in diesen Jahren auch den „Wittekind-Berglauf“ nach den englischen „Fell-Race-Regeln“ ins Leben gerufen und veranstaltete acht Jahre lang diesen Lauf mit Erfolg.
Zu den für den Orientierungssport nutzbaren Gebieten wurde die „Königholz“ - Karte (Vlotho, 2 qkm) und die „Stemwederberg“ -Karte (15 qkm) kartiert, digitalisiert, aktualisiert und für den Themenkreis „Orientierungssport“ funktionalisiert. Diese Aktionen auf elektronischer Basis (OCAD 4 bis OCAD 8 und SportIdent- Auswertungen) sind durch Harald Friedl eingeleitet und begleitet worden. Die alten Karten „Neue Mühle-Ölberg“ (14 qkm) und „Lutternsche Egge – Porta Westfalica“ (13 qkm) wurden vektorisiert und digitalisiert. In den kartierten Gebieten organisierte die OL-Abteilung sehr viele Wettkämpfe und Trainings.
2003-2007
Mit dem Zuzug von Klaus Prunsche und der Übernahme des Trainerpostens konnte die alte OL-Tradition in Lübbecke wieder mit neuem Leben gefüllt werden. Die Aktivitäten der OL-Abteilung des TuS beziehen sich dabei sowohl auf leistungssportliche als auch auf breitensportliche Bereiche. Mittlerweile hat sich eine Stammformation um Christoph Prunsche, Christian Duesmann und Alvar Penning gebildet, die national und mittlerweile auch international für Aufsehen sorgt. Herausragende Ergebnisse sind dabei neben den Deutschen Meistertiteln durch Christoph Prunsche und der Bronzemedaille durch Alvar Penning sicherlich der 5. Platz im Sprint der Jugendeuropameisterschaft durch Christoph und der 3. Platz zusammen mit der Deutschen Jugend-Nationalmannschaft bei der Tiomila in Schweden.
Mit Anna-Lena Prunsche, Christoph Kipp, Markus Heiselbetz, Till Kleine und Elias Reese wird die derzeitige Mannschaft komplettiert. Im Breitensportbereich versucht die OL-Abteilung durch Kooperationen mit ansässigen Schulen und durch regelmäßige Ferienspiel-Aktionen Werbung für diesen Natursport zu machen.
Auch im Veranstaltungsbereich beschritt die OL- Abteilung neue Wege: So konnten 2005 die 1. westfälischen Bestenkämpfe im Sprint-OL in der Lübbecker Innenstadt erfolgreich durchgeführt werden.
Mit dem neuen Elch-Logo und dem Schriftzug "eLKs" werden einerseits die skandinavischen Wurzeln dieser Natursportart deutlich gemacht, andererseits soll eine Verbindung zur Stadt am Wiehen gezogen werden: LK war das alte Autokennzeichen von Lübbecke!
Der Aufbau des Orientierungssports in Lübbecke ist untrennbar mit dem Namen Endre´ Kövari sen. verbunden. Sein unermüdlicher Einsatz für diesen Sport prägten dabei über Jahrzehnte die Orientierungslauf-Aktivitäten in dieser Region. Dabei war und ist er immer noch als Trainer, Betreuer, Kartierer und Aktiver im Einsatz. Als kritischer Beobachter und „Querdenker“ unterstützt er die OL-Abteilung in unserem Verein.
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